KOSTENLOSER NEWSLETTER

> Neue Kapitel im LIVE BUCH
> Inspirationen – als Artikel und Videos
> Informationen über Events
> Besondere Angebote, die Sie sonst nirgends bekommen

Tragen Sie sich einfach ein! :)

DO SOMETHING ELSE

32/ Der Mann vom Schnee Fluß

By 11. April 20176 Australien

Will warf uns früh am Morgen aus den Betten und teilte die Aufgaben ein. Sam würde den Küchen Truck fahren und Will den Lastwagen mit der Ausrüstung.

„Hier, das ist das Lunch, damit kannst du die Packtaschen beladen.“ Mit diesen Worten reichte mir Sam ein riesiges Paket mit Sandwiches, Kaffee, Tassen, Zucker, Teebeutel, Äpfeln und einem Billy, dem Metallpot, in dem das Wasser für Tee gekocht wird.“

Ich schwang mich mit Jack in den Jeep und wir rumpelten zu den Paddocks, um die Pferde zusammen zu treiben, die eine lange Winterpause gehabt hatten. Die Ritte hatten gerade erst wieder angefangen.

Langsam trudelten die acht Reiter auf der Farm langsam ein. Fast alles Frauen, was mich wunderte, denn in Australien ritten ebensoviele Männer wie Frauen. Die drei Jungs würden ihren Spaß haben, denn wenigstens drei davon waren definitiv nicht auf den Mund gefallen. Paul und Lucy aus Tschechien, die ihre Hochzeitsreise machten, Paula, eine lebhafte Rothaarige aus Sydney, Petrine aus Broome, Christine, Sue und ihre Tochter Liz und Jane, die ihr eigenes Pferd, eine dreijährige, gerade eingerittenen Stute namens „Flame“ dabei hat.

Die Sonne brannte schon unbarmherzig vom Himmel, als sie ihre Pferde zugeteilt bekamen, sattelten und die ersten Reitversuche auf einer Koppel machten.

Jack zeigte mir, wie man ein Packpferd belud, was wegen der idealen Gewichtsverteilung gar nicht so einfach war.

Dann zogen wir los, umschwärmt von Fliegen. Am ersten Tag legten wir einen der längsten Streckenabschnitte zurück und saßen sechs Stunden im Sattel, nur unterbrochen von einer längeren Mittagspause an einer der Berghütten. Sie hatte Ned Großeltern gehört und in ihr war Ned geboren worden. Es war uns allen ein Rätsel, wie man den Winter in der zugigen Hütte hatte überstehen können. Die allerdings wunderschön gelegen war und auf eine grasbewachsene Ebene blickte, die sich bis zum einer mit Snow Gums bedeckten Anhöhe zog.

Wir lockerten die Sattelgurte und banden die Pferde an die Bäume. Ich packte die Satteltaschen aus und Jack machte Wasser für den Tee heiß.

„Ned, du lebst doch schon ewig in den Bergen. Erzähl uns doch etwas über den Park. Woher hat er seinen Namen?“ fragte Petrine.

Ned lies sich ncht lange bitten.

Mount Kosciuszko wurde  von dem polnischen Entdecker und Erstbesteiger Paweł Edmund Strzelecki zu Ehren des polnischen und US-amerikanischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko benannt. Ich glaube das war 18 45.“

„1840.“ warf Will ein.

Die anderen Gipfel, die ihr zu Gesicht bekommen werdet, sind der Gungartan, Mount Jagungal und Bimberi Peak.

„Haben hier Aborigines gelebt?“ fragte Lucy

„Ja, das haben sie. Seit über zwanzig tausend Jahre bewohnten Aborigines die Berge, obwohl die harten Winter in dieser Region, diesen Zeitraum zum Leben fast unmöglich machen.“

„Was wurde aus ihnen?“

„Die ersten Siedler vertrieben sie aus der Region. Sie bauten mehrere kleinere Hütten, die über das gesamte Gebiet des Nationalparks verstreut sind. Viele dieser Hütten sind noch erhalten und werden von dem Wildlife Service des Nationalparks gepflegt. „

„Richtig viele Menschen siedelten sich hier aber erst an, als im 19. Jahrhundert zum ersten Mal Gold auf den Hochebenen bei Kiandra abgebaut wurde. Heute ist Kiandra eine Geisterstadt, die aber einen Besuch wert ist, mit ihren vielen ursprünglichen Gebäuden.“ Ergänzte Will. „1944 wurde das Gebiet unter Schutz gestellt und der Nationalpark gegründet. Aktuell ist der Kosciuszko Park, der größte Nationalpark in New South Wales. 2008 wurde der Park zur Australian National Heritage List, als einer von elf Gebieten hinzugefügt, die die australischen Alpen Nationalparks und Reserve bilden.“

Kaum jemand war an lange Tage im Sattel gewohnt und so redete kaum jemand. Die meisten rollten die braunen Dryzabone Mäntel – lange Reitmäntel aus gewachstem Tuch – aus, schoben die Hüte ins Gesicht und machten eine Nickerchen.

Als wir weiter ritten, lenkte ich meine Appaloosa Stute neben Jack.

„Du hast einen guten Sitz und eine weiche Hand.“ sagte Jack zu mir und ich konnte mir kein schöneres Lob vorstellen. „Das hat Ned gesagt, nicht ich.“ grinste er.

„Wenn es von einem alten Stockman wie Ned kommt, bedeutet es mir noch viel mehr,“ grinste ich zurück.

Neben uns schoss Jan mit ihrer jungen Stute vorbei.

„Verdammt,“ meinte Jack. „Sie hat das Pferd nicht unter Kontrolle. Ich wollte ohnehin nicht dass sie sie mitbringt. Die anderen Pferde kennen sie nicht. Das gibt nur Ärger.“

„Das Pferd scheint nicht einfach zu sein.“ bemerkte ich und schaute Jan zu wie sie mit ihrer Stute kämpfte.

„Mit dem Pferd ist alles in Ordnung. Die Reiterin ist das Problem.“ schnaubte Jack.

Als wir im Lager ankamen, standen die Zelte schon, die Snacks und Getränke warteten.  Ich half Ned die Pferde zur Tränke zu bringen, bevor wir uns selbst Wasser holten. Außer uns waren noch ein Dutzend andere Familien mit Pferdeanhängern, Küchenwagen und Zelten dort. Aber weil das Gebiet so groß ist, störte man sich nicht.

Wir sammelten Holz für das Lagerfeuer, legten die Grillplatte auf und bald zog der Duft von gebratenen Steaks durch das Tal. Wir saßen bis nachts um zwei Uhr auf Campingklappstühlen um das Lagerfeuer herum, tranken Bier und erzählten Geschichten. Ned, der mit seinem Stuhl umkippte rief, als wir ihn vom Boden aufsammelten, gut gelaunt: „Bindet ihn an. Ich steige Morgen wieder auf.“

Der australische Humor ist einzigartig und selbstironisch und ich bekam an den langen Abenden am Lagerfeuer viel davon mit. Die Australier lieben es andere auf den Arm zu nehmen, sind aber selbstbewußt und humorvoll genug es anzuerkennen, wenn es jemand mit ihnen macht.

Paula, die in einer Kläranlage arbeitete, gab Geschichten zum besten, bei denen wir Tränen lachten.

„Um die Scheißeproben zu untersuchen, musst du das Zeug erst in der Mikrowelle erwärmen.“ erzählte sie. „Irgendwann kam ich Mittags mal rein und die ganzen Arbeiter standen vor der Mikrowelle und wärmten ihre Würstchen darin auf. Wir haben versucht sie davon abzubringen, weil das auch verboten ist. Aber irgendwie schleicht sich immer einer rein.“

„Ich will nur ungern die Fäkalienstorykette unterbrechen aber Will hat mir das Gedicht von Banjo Patterson „The man from snowy river„ gegeben. Will es jemand hören?“

„Lies vor,“ rief Sue

Ich überlegte.

„Es wäre doch schön, wenn ein echter Mountainman es vorlesen würde.“ sagte ich und reichte Ned das Blatt, der neben mir saß.

„Oh, ich habe meine Lesebrille nicht dabei Schätzchen,“ sagte er.

„Ich lese es vor,“ sagte Jack, entriss mir den Zettel und trug das Gedicht mit seiner schönen Stimme vor.

THE MAN FROM SNOWY RIVER

There was movement at the station, for the word had passed around

That the colt from old Regret had got away,

And had joined the wild bush horses – he was worth a thousand pound,

So all the cracks had gathered to the fray.

All the tried and noted riders from the stations near and far

Had mustered at the homestead overnight,

For the bushmen love hard riding where the wild bush horses are,

And the stockhorse snuffs the battle with delight.

There was Harrison, who made his pile when Pardon won the cup,

The old man with his hair as white as snow;

But few could ride beside him when his blood was fairly up –

He would go wherever horse and man could go.

And Clancy of the Overflow came down to lend a hand,

No better horseman ever held the reins;

For never horse could throw him while the saddle girths would stand,

He learnt to ride while droving on the plains.

And one was there, a stripling on a small and weedy beast,

He was something like a racehorse undersized,

With a touch of Timor pony – three parts thoroughbred at least –

And such as are by mountain horsemen prized.

He was hard and tough and wiry – just the sort that won‘t say die –

There was courage in his quick impatient tread;

And he bore the badge of gameness in his bright and fiery eye,

And the proud and lofty carriage of his head.

But still so slight and weedy, one would doubt his power to stay,

And the old man said, „That horse will never do

For a long a tiring gallop – lad, you‘d better stop away,

Those hills are far too rough for such as you.“

So he waited sad and wistful – only Clancy stood his friend –

„I think we ought to let him come,“ he said;

„I warrant he‘ll be with us when he‘s wanted at the end,

For both his horse and he are mountain bred.

„He hails from Snowy River, up by Kosciusko‘s side,

Where the hills are twice as steep and twice as rough,

Where a horse‘s hoofs strike firelight from the flint stones every stride,

The man that holds his own is good enough.

And the Snowy River riders on the mountains make their home,

Where the river runs those giant hills between;

I have seen full many horsemen since I first commenced to roam,

But nowhere yet such horsemen have I seen.“

So he went – they found the horses by the big mimosa clump –

They raced away towards the mountain‘s brow,

And the old man gave his orders, „Boys, go at them from the jump,

No use to try for fancy riding now.

And, Clancy, you must wheel them, try and wheel them to the right.

Ride boldly, lad, and never fear the spills,

For never yet was rider that could keep the mob in sight,

If once they gain the shelter of those hills.“

So Clancy rode to wheel them – he was racing on the wing

Where the best and boldest riders take their place,

And he raced his stockhorse past them, and he made the ranges ring

With the stockwhip, as he met them face to face.

Then they halted for a moment, while he swung the dreaded lash,

But they saw their well-loved mountain full in view,

And they charged beneath the stockwhip with a sharp and sudden dash,

And off into the mountain scrub they flew.

Then fast the horsemen followed, where the gorges deep and black

Resounded to the thunder of their tread,

And the stockwhips woke the echoes, and they fiercely answered back

From cliffs and crags that beetled overhead.

And upward, ever upward, the wild horses held their way,

Where mountain ash and kurrajong grew wide;

And the old man muttered fiercely, „We may bid the mob good day,

No man can hold them down the other side.“

When they reached the mountain‘s summit, even Clancy took a pull,

It well might make the boldest hold their breath,

The wild hop scrub grew thickly, and the hidden ground was full

Of wombat holes, and any slip was death.

But the man from Snowy River let the pony have his head,

And he swung his stockwhip round and gave a cheer,

And he raced him down the mountain like a torrent down its bed,

While the others stood and watched in very fear.

He sent the flint stones flying, but the pony kept his feet,

He cleared the fallen timber in his stride,

And the man from Snowy River never shifted in his seat –

It was grand to see that mountain horseman ride.

Through the stringybarks and saplings, on the rough and broken ground,

Down the hillside at a racing pace he went;

And he never drew the bridle till he landed safe and sound,

At the bottom of that terrible descent.

He was right among the horses as they climbed the further hill,

And the watchers on the mountain standing mute,

Saw him ply the stockwhip fiercely, he was right among them still,

As he raced across the clearing in pursuit.

Then they lost him for a moment, where two mountain gullies met

In the ranges, but a final glimpse reveals

On a dim and distant hillside the wild horses racing yet,

With the man from Snowy River at their heels.

And he ran them single-handed till their sides were white with foam.

He followed like a bloodhound on their track,

Till they halted cowed and beaten, then he turned their heads for home,

And alone and unassisted brought them back.

But his hardy mountain pony he could scarcely raise a trot,

He was blood from hip to shoulder from the spur;

But his pluck was still undaunted, and his courage fiery hot,

For never yet was mountain horse a cur.

And down by Kosciusko, where the pine-clad ridges raise

Their torn and rugged battlements on high,

Where the air is clear as crystal, and the white stars fairly blaze

At midnight in the cold and frosty sky,

And where around The Overflow the reed beds sweep and sway

To the breezes, and the rolling plains are wide,

The man from Snowy River is a household word today,

And the stockmen tell the story of his ride.

By A.B. „Banjo“ Paterson

(The Bulletin, 26 April 1890.)

„Es gibt jetzt Pläne die „Grazer“, die Stockmen mit ihren Rindern aus dem Park zu vertreiben.“ sagte er leise.

Wir waren alle still, und schauten ins Lagerfeuer. Denn es war uns allen klar, dass ein Großteil dieses Erbes damit für immer aus den Bergen verschwinden würde.

Später, als ich mit Jack das Feuer löschte und das Lager für die Nacht zusammen räumte, zog er mich zur Seite.

„Ned kann nicht lesen.“

„Was? Das glaube ich nicht.“

„Doch, er hat nie woanders gelebt, als hier oben in den Bergen. Und seine erste, wie auch seine zweite Frau, waren geschäftstüchtig. Er hat es nie wirklich lernen müssen. Ich wollte nicht schroff sein, als ich dir den Zettel weggenommen habe. Aber ich weiß, dass es ihm peinlich ist.“

„Du liebst den alten Mann sehr, oder?“

„Ja, ich habe viel von ihm über Pferde gelernt. Hast du gesehen, dass er immer sein Pferd zuerst versorgt, bevor er sich etwas für sich nimmt. So ist er immer.“

Wir kontrollierten die Pferde und gingen schlafen. Es wurde bitter kalt und ich kämpfte zehn Minuten mit mir, mich aus dem warmen Schlafsack und Swag zu schälen, um zum hundert Meter entfernten Klohäuschen zu pilgern.  Auf eine Schlange würde ich bei der Kälte zumindest nicht treten, dachte ich, als ich zähneklappernd die Füße in meine eskalten Boots schob. Ich überquerte das gefrorene Gras, das unter meinen Füßen leise knirschte. Vor mir weideten Kängurs im Mondschein und der Morgennebel kroch am Boden in langen Schwaden entlang. Trotz der Kälte blieb ich stehen und starrte in den Himmel, der in der kristallklaren Luft glitzerte von Millionen von Sternen. Über den mit Wald bedeckten Anhöhen zeigte sich lila die Morgendämmerung. Ich hatte das Gefühl Lichtjahre von jeder Zivilistion weg zu sein, so ursprünglich sah die Landschaft aus, die sich vor mir ausbreitete. Ich war wie verzaubert. Das Schnauben der Pferde, denen der Atem aus den Nüstern dampfte, schreckte ich auf und ich war trotz des Lammfell Mantels, den ich mir übergeworfen hatte froh,  bald wieder im Warmen zu liegen.

Um kurz vor sechs klingelte der Wecker. Ich streifte im Dunkeln die Klamotten über und lief Richtung Geschirrklappern. Sam hatte bereits Kaffee gemacht, an dem ich mir die kalten Hände wärmte.

„Du kannst mir mit den Bohnen und den Spiegeleiern auf Toast helfen.“

Nach und nach versammelte sich die ganze zerknautschte Truppe um das Lagerfeuer um sich zu wärmen. Während sie von Sam verköstigt wurden, packte ich mit Ned und Jack die Futtersäcke und versogte die Pferde. Die Sättel und das Zaumzeug hatten die Nacht unter ihrer Plane gut überstanden. Dann begannen wir die Pferde zu satteln.

Wir durchquerten an diesem Tag Felder von Gänseblümchen, alpinen Butterblumen, Trommelstöcken und ritten an lila Wildblumen vorbei, von denen ich nicht wusste, wie sie hießen. Besichtigten die Kalksteinfelsen bei Blue Waterholes und blicken vom Big Talbingo Mountain auf den gesamten Nationalpark hinab. Ich verliebte mich mit jedem Schritt den Loco machte in diese Landschaft. Ich ritt heute Jacks Pferd. Er hatte ihn mir überraschend angeboten, und mir mit den Worten: „Ich lasse sonst niemand meine Pferde reiten.“ die Zügel in die Hand gedrückt.

Am dritten Tag gerieten wir in Hagel und ich war dankbar für die Mäntel, die wir gerollt und an den Sattel geschnallt hatten. Unwetter konnten hier oben gefährlich werden aber wir kamen heil im Lager an.

Als wir den abwasch gemacht hatten udn alle um das Lagerfeuer saßen, erzählte Will aus seinem Leben, das seh rbwegt gewesen war. Zu seiner ersten Ausbildung war er gekommen, weil er einem Mann das Leben gerettet hatte.

„Es war spät am Abend, schon dunkel und nebelig auf der Farm, als ich den Motor eines Flugzeuges hörte. Ich begriff, dass  der Pilot sich verfolgen haben musste und zündete Leitfeuer auf der Strasse an. Er landete unbeschadet. Er hatte sich im Unwetter verfolgen, das Benzin ging langsam zur neige udn er wusste nicht, wo er langen konnte. Es stellte isch heraus, dass er eine Landvermessungs gesellschaft besaß. Er fragte mich, wie er sich bei mir bedanken könne. „Mit einem Job“ sagte ich damals.“

„Was für eine Geschichte. Warst du nicht auch Politiker?“

„Ja, ich bin aber vorher Rennen gefahren und habe für den australischen Geheimdienst gearbeitet, bevor ich nach Vietnam ging.“

Ich hatte Jacks Gesicht beobachtet – was ich unbewusst in letzter Zeit häufig tat – und er hatte zimlich emotional auf die Geschichte reagiert, verbarg es aber gut.

Ich ging ihm nach als er nach den Pferden sah.

„Ist alles in Ordnung?“ Fragte ich ihn.

„Krieg verändert Menschen sehr.“ sagte er knapp.  Und es war klar, dass er nicht weiter über das Thema reden wollte.

Wie hat dir dein zweiter Tag in den Bergen gefallen?“ wechselte er das Thema.

„Ich liebe jede Minute. Immer noch.“ Ich konnte sein Gesicht im Dunkeln kaum sehen aber ich hatte das Gefühl, dass er lächelte. Und dass er mit der Frage nicht nur den Tag gemeint hatte.

Er schaute in den Himmel. „Es wird heute Nacht Frost geben. Ich hoffe dein Schlafsack ist dick genug.“

Pause.

„Wenn nicht, bist du in meinem willkommen.“

Ich lachte.

„Gute Nacht Jack!“

Wir flirteten seit meiner Ankunft wie verrückt, so dass es mich wunderte, dass keine Energieblitze zwischen uns zu sehen waren aber ich würde den Teufel tun, dem selbstgefälligen Kerl vor die Füße zu fallen. Wobei ich den Verdacht hatte, dass hinter dem Bravado auch Unsicherheit steckte. Ich hatte in einer völlig anderen Welt gelebt als er. Als er auf einer Station im Busch arbeitete, hatte ich die Schulbank gedrückt, hatte studiert. Er hatte Australien kaum verlassen und ich war weit gereist. Und ich dachte an die Unterhaltung zurück, die wir auf dem Ritt gehabt hatten…

Snowy-Mountains-4

High-Country-Australien

Snowy-Mountains-2

Snowy-Mountains1Snowy-Mountains3