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DO SOMETHING ELSE

23/ Wildpferde fangen im australischen Busch

By 12. February 20174 Australien

Am nächsten Morgen setzte kurz mein Herz aus, als ich die Augen öffnete und direkt auf eine Spinne starrte, die an der roh gemauerten Wand ihr Netz spann. Ich ging hektisch alle Fotos im Kopf durch, die ich von Spinnen gesehen hatte und kam zu dem Schluss, dass diese keine war, die mich ins Krankenhaus befördern könnte. Im Haus waren alle Türen offen und ich hatte es mir längst angewöhnt am Morgen die Stiefel anzustupsen und vorsichtig auszuschütteln, denn Schlangen und Spinnen und manchmal auch Skorpione, suchten sich darin ab und zu ihr Versteck.

Stretchs lauter Bass dröhnte durch das Haus und aus der Küche roch es nach Eiern und Speck. Ich sprang kurz in die behelfsmäßige Dusche, der eine gründliche Reinigung auch mal gut getan hätte und ging in die Küche.

„Verdammte Politik in diesen winzigen Gemeinden. Die Wildpferde fangen auf dem Privatbesitz müssen wir verschieben, der Besitzer will erst mit mir reden. Die Verwalterin rief heute Morgen an. Hast du schon mal Zäune repariert?“ Kam der Cowboy ohne Umschweife zur Sache.

„Nein, aber ich werde es lernen“, sagte ich.

„Ha, deshalb nehme ich nur Sheilas als Helfer. Ihr sagt vorher was ihr könnt und was nicht. Jungs tun erst mal so als hätten sie es drauf, bauen Scheiße und dann ist es komplizierter als vorher. Der Letzte, der behauptet hat, er könne reiten, fiel schon auf den ersten 200 Metern aus dem Sattel. Wenn ich eine Frau frage, ob sie in hartem Gelände reiten kann und sie sagt ja, dann kann die das auch. Macht das Leben einfacher. So Frühstück ist fertig. Ida lassen wir noch schlafen, sie ist gesundheitlich nicht gut beieinander“

Nach den Macho Sprüchen, die Stretch innerhalb der letzten zwei Tagen schon raus gehauen hatte, war ich über die Haltung wirklich platt. Ich fand in den nächsten Tagen heraus, dass sie meist Show waren und er Menschen wirklich für das respektierte, was sie drauf hatten. Ich mochte den großen Kerl immer mehr. Wir schmissen Material für den Zaun auf den Pickup und Stretch wuchtete eine aufgeregte Feral in die Fahrerkabine denn zum Springen war sie zu fett. Er hatte gestern behauptet, daran seien die Aushilfen schuld, die sie zu viel füttern würden, während er ihr seelenruhig die Fettränder von drei Steaks in die Futterschüssel kippte. Realität ist eben immer das, was man selbst dafür hält.

Ich sprang mehrere Male aus dem UTE um Viehgatter auf und zuzumachen, bis wir an einen riesigen, staubigen Paddock kamen, der der Gemeinde als Cricket Feld diente und auf dem etwa ein Dutzend Pferde standen.

„Das sind Wings, Bluebelle – die kennst du ja schon – Channel 9, Bones, Bitch und Bradley. Wäre Letzterer ein Mensch, wäre er in einer psychiatrischen Klinik.

„Ich werde sicher bald rausfinden warum. Wieso hast du Bones so genannt.“

„Weil er nur Haut und Knochen war, als wir ihn bekamen. Bitch heißt so, weil Ida mal wollte, dass ich ein Pferd nach ihr benenne“, grinste er verschmitzt. „Es war eigentlich als Scherz gedacht, aber der Name blieb hängen.“

Er zeigte mir die anderen aber die Namen waren zu viel auf einmal um sie mir zu merken. Der Zaun war schnell repariert und wir sattelten Wings und Bluebelle, denn Stretch wollte mir das Basislager der Trails zeigen, damit ich im Notfall alleine zurück finden würde, wenn wir in einigen Tagen los ritten. Der Mann war wirklich Optimist. Nicht nur, dass die Sonne auf dieser Seite der Erdkugel „verkehrt„ herum wanderte, fehlte mir auch die Kenntnis, wie man daran korrekt die Richtung bestimmt. Egal ob ich nach Osten oder Westen blickte, hier sah alles gleich aus. Überall erstreckte sich rote Erde und ein Gewirr aus weißen Stämmen im pastellgrünen Buschwald.

Ich hatte bisher noch keinen australischen Sattel aus der Nähe gesehen. Am ehesten haben sie Ähnlichkeit mit klassischen Militärsätteln, haben aber vorne an beiden Seiten eine Art Flügel, hinter dem der Oberschenkel liegt und der verhindert, dass man schnell nach vorne aus dem Sattel geschleudert werden kann. Er bot aber deutlich weniger Komfort als ein Westernsattel, vor allem die dünnen Bügel.

„Damit macht ihr aber keine Rinderarbeit oder, das Ding reißt doch jeder Bulle in fünf Sekunden runter?“ frage ich Stretch und betrachte das Ding zweifelnd.

„Nein, dafür werden auch hier Western Sättel mit Sattelhorn und Doppelgurt verwendet.“

„Und welchen Stil reitet Ihr hier? Frage ich, als ich mich zurecht gesetzt hatte.

„Australian Bush riding.“ kommt die kryptische Antwort.

„Und das heißt?“ „Gewicht, Beine, wenig Zügel. Mach es sonst wie du willst. Hauptsache, das Pferd folgt dir.“

Aha.

Es war heiß, die Luft flirrte um uns herum, die Pferde suchten sich ihren Weg um große Büschel aus raue Gras herum und stiefelten unverdrossen über Stock und Stein. Ab und zu tauchte alte Stacheldrahtzäune auf, in die jemand Lücken geschnitten hatte. Stretch erzählte mir, dass sie das Haus zur Verfügung hatten, weil die Minengesellschaft jemand brauchte, der auf den Steinbruch und die Baumaschinen aufpasste, damit nichts geklaut wurde. Er besaß mit Irene aber noch ein Haus in Brisbane.

Die leicht hügelige Landschaft, die eigentlich eintönig sein müsste, war wunderschön. Über uns brannte die Sonne an einem wolkenlosen, königsblauen Himmel. Am Basis Lager angekommen, das wunderschön an einem flachen Flussbett lag, meinte Stretch: „Ok und jetzt zurück.“ Und ich hatte nicht die blasseste Ahnung wo wir waren, wendete Wings aber grob in die Richtung aus der wir gekommen waren und vertraute darauf, dass der Gute den Weg kannte. Er schlappte brav durch den Busch mit mir voran zurück zum Haus.

Abends fuhren wir mit einem Esky (Eisbox) voller Bierdosen auf den Hügel, nicht weit vom Haus. Wir setzten uns auf einen Baumstamm, ich bekam ein Bier in die Hand gedrückt, war wegen der Wärme nach der ersten Dose schon blau und lehnte die zweite ab.

„Was für eine Deutsche bist du denn?“ lachte Stretch verblüfft.

„Eine die wenig trinkt. Sauerkraut mag ich auch nicht bevor du fragst.“

„Eine Schande, dabei habt ihr doch so gutes Bier.“

Unter uns erstreckte sich die wilde Buschlandschaft, unterbrochen von einem großen See, in dem sich die schrillen Farben des Sonnenuntergangs spiegelten und auf dem ein Pelikan gemächlich seine Bahnen zog. ich hatte gefürchtet, dass es mir hier draußen zu einsam sein könnte aber was ich plötzlich fühlte war tiefer Frieden. Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl zur Ruhe zu kommen. Ich drückte meine Hand in die orangerote Erde und ließ sie durch meine Finger rieseln, atmete tief die warme Luft ein, die roch wie ein Gewürz und Kräuterladen und hörte den vielen Vogelstimmen zu, die so völlig anders klangen als Zuhause. Wie konnte man dieses raue Land nicht lieben? Ein Stück meines Herzens, das wohl beschlossen hatte, wieder ein wenig lebendiger zu werden, hatte es schon.

Später fuhren wir zum Steinbruch und Stretch zeigte mir, was sie dort machten. Der Aushub wurde zu Schotter für Straßen verarbeitet. Der Besitzer hatte gerade einen großen Auftrag der Regierung an Land gezogen. Vier Tonnen passen auf einen Anhänger des riesigen Road Trains, die auf einer gigantischen Waage gewogen wurden. „Wenn mal eine halbe Tonne fehlt, legen manche auch mal kurz die Schaufel des Baggers auf die Ladefläche, bis es passt.“ meinte Stretch und ich war mir nicht sicher ob er das verurteilte oder gut hieß. An diesem Abend fiel ich mit Fieber und Husten ins Bett. Da mein Zimmer aber unattraktiv war, wollte ich doch lieber arbeiten und Stretch ließ mich die Swags sauber machen. Danach holten wir ein vierjähriges Vollblut ab, das als Jährling 45.000 Dollar gekostet hatte und das Stretch vom Besitzer geschenkt bekam.

„Da muss doch ein Haken sein.“ meinte ich zu Stretch, als wir vor dem sehr freundlichen, schlanken Braunen, namens Rue standen, der mir seine weiche Nase in die Hand drückte.

„Irre scheint er ja nicht zu sein.“

„Das ist ein Rennpferd, das keine Lust zu rennen hat. Das ist der Haken“, grinste Stretch.

„Ich kann ihn für die Trail Ritte nicht brauchen. Sie brechen sich im harten Gelände zu schnell die dünnen Beine und man muss enorme Mengen Futter rein stecken, damit sie ihr Gewicht halten. Es sind eben Hochleistungssportler. Nur er nicht. Du wirst ihn ein bisschen reiten um zu sehen, ob er friedlich ist. Dann werde ich ihn weiter verkaufen.“ Er streichelte dem Tier freundlich den Hals.

„Dass ich hier Crashtest Dummie sein werde, davon hattest du mir aber nichts gesagt, als ich hier angeheuert habe“, meinte ich irritiert.

„Überraschung. Ich bin zu alt für so was und ich habe Rücken.“ Gab Stretch grinsend zurück.

Ich hatte langsam das Gefühl, dass ich hier mehr Abenteuer bekommen würde, als meiner Gesundheit zuträglich war. Danach fuhren wir zu einer Familie in Julatten, die ein riesiges Grundstück mit einem See besaßen, auf denen ihnen das Gras über den Kopf wuchs. Stretch sollte einen Zaun zu bauen und durfte dafür seine Pferde dort weiden zu lassen. Wir rissen drei Tage lang den alten Stacheldraht Zaun ab und zogen einen provisorischen Elektrozaun, was bei der Hitze eine mörderische Arbeit war. Mir floss der Schweiß in Strömen herunter. Der richtige Zaun musste vor November fertig sein, das Elektrozäune dann nicht mehr funktionierten. Aber der Anblick der Pferde, die ihr Glück kaum fassen konnten, als wir sie dort hinbrachten, entschädigte dafür. Ich war abends so erschöpft, dass ich nicht in der Lage gewesen wäre noch auszugehen, selbst wenn ich nicht in einem zwanzig Seelen Kaff mitten im Busch gehockt hätte.

Aber der Lebensrhythmus war hier locker und keiner scheuchte mich am Morgen aus dem Bett. Stretch vertraute darauf, dass mich der Geruch von Speck und Eiern aus dem Bett locken würde. Der Mann hatte schnell erkannt, welch zentrale bedeutung Essen in meinem Leben hatte. Ich hatte angefangen ab und zu zu kochen und bekam promt einen Heiratsantrag von Stretch, was Ida etwas sauer machte, denn sie hatte nur desshalb aufgehoert zu kochen, weil er ihr in der Küche nie vom Pelz rückte und mit der Nase im Topf so lange Bemerkungen machte wie:

„Dürfte ich vorschlagen, dass Du da noch Pfeffer oderwasauchimmer reinmachst.”

Statt die Scheidung einzureichen hatte sie das Handtuch geworfen und ihm die Küche überlassen. Hatte die Frau ein Glück. Nur die beiden Vierjährigen: Rue, das verhinderte Rennpferd und Bradley die verrückte Nervensäge blieben am Haus. In Erwartung von Buckeln, Steigen oder sonstigem, stieg ich auf Rue. Und nichts passierte. Stretch kommentierte nach einer friedlichen Stunde im Gelände.

„Ein Schneckenrennen würde er vermutlich gewinnen. Das wird ein super Kinderpferd.“

Ein Rennpferd, das für 45.000 Dollar versteigert worden war.

„Schlaues Kerlchen,“ flüsterte ich Rue – der mir mit seiner sanften Art ans Herz gewachsen war – in das samtige Ohr. „Auf der Rennbahn wärest du in ein paar Jahren tot gewesen.“

Sonntags luden wir Bluebelle und The Bitch in den Pferdehänger. Stretch hatte die Erlaubnis bekommen, auf 500 Quadratkilometern Regierungsgelände verwilderte Rinder und Brumbies – so werden die australischen Wildpferde genannt – einzufangen. „Wir suchen heute nur Herden und schauen uns die Tiere und das Gelände an. Es kann sein, dass es zu aufwendig oder sogar unmöglich ist sie dort zu fangen. Wir auf diesem riesigen Areal Herden finden sollten, war mir ein Rätsel.

Die Sorge war unbegründet. Kaum waren wir fünfzehn Minuten durch dichten Buschwald, über scharfkantiges Geröll geritten, tauchte vor uns ein achtköpfige Herde mit zwei Fohlen auf. Die Herde erstarrte kurz. Sie blickten mit erhobenen Köpfen und geblähten Nüstern in unsere Richtung. Dann schoß die Leitstute los. Stretch preschte ohne Vorwarnung hinterher. Mir peitschten Äste ins Gesicht, meine Knie schrammten an Baumstämmen entlang, der Hut flog mir vom Kopf und Bluebelle übersprang Baumstämme und Felsen in einem halsbrecherischen Tempo. Ich konnte nur dem Pferd vertrauen, dass es wusste, was es tat. Wir schafften es ihnen fünf Minuten zu folgen, dann waren sie im Unterholz verschwunden.

„Fuck“, brüllte ich wütend. Hättest du mich nicht warnen können?“

Ich untersuchte mein blutiges Knie durch die aufgerissenen Hose. Ansonsten sah ich aus, als sei ich einer tollwütigen Katze zum Opfer gefallen. Die Kratzer und Striemen, die meine Arme überzogen, begannen unter dem Dreck und der Sonnncreme wie verrückt zu jucken.

„Du bist doch noch drauf.“ meinte Stretch lakonisch und weiter ging es.

Ich hatte schon längst keine Ahnung mehr, wo wir waren. Stretch schien sich am Stand der Sonne zu orientieren, denn er schaute in regelmäßigen Abständen nach oben und fragte mich nach der Uhrzeit. Wir ritten langsam weiter, sichteten noch zwei kleinere Herden, bis wir auf eine Öffnung im Wald trafen, auf der wir etwas sahen, was ich nie im Leben wieder vergessen würde.

Auf einer Lichtung standen drei weiße Hengste. Wir standen im Schatten und das Sonnenlicht, das durch die Bäume auf ihr Fell fiel, verlieh ihnen Aureolen aus Licht. Die Szenerie hatte für Sekunden etwas märchenhaft Unwirkliches. Ich tastete vorsichtig nach der Kamera. Die Batterieanzeige blinkte rot auf. Das durfte doch nicht wahr sein. Heute bin ich froh darüber, dass ich kein Foto von ihnen habe. Es hätte die Magie zerstört. Man hätte darauf die langen verfilzten Mähnen gesehen, die Narben von Kämpfen im Fell und die Schrammen in den Gesichtern. So aber blieben sie in meiner Erinnerung ein Bild absoluter Schönheit und Perfektion.

Sie witterten die Stute und der Hengst mit der schwarzen Mähne kam als erstes näher, bis sie alle drei etwa zwanzig Meter entfernt vor uns standen. Plötzlich riss er den Kopf hoch und gab ein Brüllen von sich, das klang, als vertone man einen T-Rex für´s Kino. Er stampfte mit den Vorderhufen, dann warfen sich alle drei wie Synchronschwimmer herum und donnerten in den Wald. Ich fühlte mich, als hätte ich Geister gesehen.

„Den Rotschimmel hätte ich gerne“, meinte Stretch pragmatisch, der meine Stimmung offensichtlich nicht teilte.

„Die anderen sind zu alt um noch gelegt zu werden.“ Er meinte damit sie zu kastrieren.

„Was würde mit denen passieren, wenn wir sie fangen?“

„Hundefutter.“

Ich hoffte plötzlich aus tiefstem Herzen, dass es nicht gelingen würde sie zu fangen. Obwohl ich wusste, dass die Pferde nicht hier her gehörten, genau sowenig wie Kaninchen, Wasserbüffel, Rinder, wilde Hunde, Wildschweine und viele andere eingeschleppte Tierarten, die das Ökosystem aus dem Gleichgewicht gebracht hatte. Aber selbst, wenn sie so endeten. Wer hatte am Ende das schönere Leben gehabt? Diese Hengste oder die oft noch auf winzigstem Raum, in Einzelhaft gehaltenen Reitpferde in Deutschland? Die Antwort war einfach.

Außer Brumbies sahen wir an dem Tag noch 2 große Goanas – etwas über einen Meter große Baumechsen – auf den weißen Stämmen der „gost gums“ nach oben flüchten, riesige graue Kängurus, die kaum gejagt werden und daher einfach sitzen blieben, ein pechschwarzes Wildschwein und ein alter Bulle, den ich erst sah, als ich fast in ihn hinein ritt, obwohl er groß war, wie ein Schrank. Die Pferde gaben sich nicht damit ab hier Steilhänge langsam zu erklimmen, nein, sie preschten im vollen Galopp über Felsen und Geröll bergauf und brachen dann oben fast in die Knie. Ich stieg in dem Pausen ab, bevor meines wirklich umkippte. In Deutschland wäre kein Mensch auf die Idee gekommen, auch nur im Schritt durch solches Gelände geritten. Doch das war nicht das Gefährlichste. Der Busch wurde von alten Stacheldraht Zäunen durchzogen, die den wilden Tieren oft zum Verhängnis wurden. Auch Stretch wusste nicht, wo sie waren und verließ sich darauf, dass die Brumbies es wussten und wir nicht in vollem Galopp in sie hinein reiten würden.

Mir wurde schlecht bei dem Gedanken. Wir waren im Trab unterwegs gewesen, als Bluebelle in einen gerollten Rest des Drahtes getreten war. Gott sei Dank hatte sie sich nicht darin verfangen. Der Ausblick auf den Hügelkuppen war großartig und die Landschaft sah lustig aus. Hier wuchsen unter den Bäumen eine Art Gras mit Stamm. Es sah aus wie umgedrehte Rasierpinsel. Die Büschel waren gleichmäßig nach allen Seiten auseinander gefächert. Aus manchen ragt ein langer Stengel mit einem weißen Blütenkolben. Davon wuchsen hier Tausende. Die vorherrschenden Farben im Busch waren Rot, Weiß und staubiges Grün vor kobaltblauem Himmel. Ein See an dem wir halt machten war völlig von einer dunkelroten Wasserpflanze bedeckt, was einen merkwürdigen Kontrast zum Rest der Landschaft bildet. Nach fünf Stunden im Sattel und mehreren halsbrecherischen Verfolgungsjagden in der Hitze, war ich kurz vor dem Umkippen. Aber am Ende wartet ein schöner See in dem wir mit den Pferden schwimmen gingen.

“Wegen des Stacheldrahtes ist es zu gefährlich die Tiere mit dem Lasso zu fangen.”

“Also fängst du die Brumbies nicht?”

“Doch, ich werde es versuchen. Aber mit Futter Fallen. Das hat aber Zeit.”

Am Abend waren wir zum Barbecue bei einem Freund der beiden eingeladen. Adoni war Aborigine und mit einer Weißen verheiratet. Kind und Kegel waren dort und Stretch und Idas zwei Enkel, die über das Wochenende zu Besuch waren, tollten mit anderen Kindern und den Hunden kreischend über die Wiese. Nach ein paar Bier gab Stretch die Geschichte zum besten, wie die beiden Touristen veräppelten, wenn sie Lust dazu hatten. Stretch war einmal mit einer Gruppe Amerikaner unterwegs und informierte sie darüber, dass sie jetzt über Aborigine Land reiten würden. Prompt kam sein Freund – der ein Hühne von Mann war und sogar massiger als Stretch – zu Pferd um die Ecke und brüllt:

„Hey, what are ya doin here?“

„Er folgt uns“, flüsterten die sehr blassen Amerikaner Stretch beim Weiterreiten zu.

„Ja, der schaut damit wir den Weg nicht verlassen“.

Woraufhin einer der Amerikaner beunruhigt meinte: „Und was passiert wenn wir das tun?“

„Oh, der wird uns dann einen Speer nachwerfen.“

Ab dem Punkt dämmerte dann sogar dem Kerl, dass er veräppelt wurde. Ich hatte einen großartigen Abend, mit herzlichen offenen Menschen und ich war froh, dass Stretch und Ida so viel Spaß hatten, da ich ihnen am nächsten Tag eine Beerdigung sprengte. Und das kam so…

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